Da kann man schon fast von einem 'Deja vu' sprechen: Die ganze Woche vorm 15.6. war in Elounda auf Kreta ganz gutes Wetter, öfters mal ein paar Wolken, aber meistens doch klar und abends fielen dann zumeist auch noch die wenigen Wolken zusammen. Dann kam der Tag der Mondfinsternis, die übrigens eine der längsten des Jahrhunderts war, und es sah mal wieder so aus (siehe auch Sonnenfinsternis auf dem Malediven im Januar 2010):
Und das waren noch die besseren Fotos vom Vormittag, am Nachmittag war es nur noch grau, regnerisch und sogar Gewitter. Da ich nun einigermaßen frustriert war, legte ich mich ins Bett und stellte den Wecker auf 20:45 Uhr (die Finsternis ging gegen 21:20 Uhr Ortszeit los), weil ich noch nicht ganz aufgeben wollte.
Der Wecker klingelte auch pünktlich und als ich auf den Balkon trat, war ich einigermaßen erstaunt. Es waren kaum noch Wolken da, lediglich ein wenig Dunst. Der Mond war schon aufgegangen und stand knapp über dem Tripti-Gebirge auf der anderen Seite der Mirabellenbucht (ca. 8° hoch). Noch herrschte späte Dämmerung, aber schon gegen 21:00 Uhr konnte man die Verdunklung durch den Halbschatten am linken Mondrand deutlich sehen. auf
Nun musste aber schnell das Teleskop aufgebaut werden, ich hatte den Meade ETX 90 mit (1250 mm Brennweite) an dem ich direkt mit der Canon EOS 40D fotografierte. Huckepack auf dem ETX hatte ich noch die Canon EOS 400Da montiert, damit ich mit verschiedenen Objektiven Übersichtsaufnahmen machen konnte. Da die EOS 40D hinten am Gerät hing und die EOS 400Da am Tubus vorne montiert war, konnte das ganze Konstrukt auch als einigermaßen ausgewogen durchgehen. Zumindest lief die Nachführung die ganze Zeit der Finsternis einigermaßen genau. Nur kurz nach Beginn der Totalität knallte mir aufgrund des doch recht hohen Gewichts die Deklinationsachse mal weg (der Kugelkopf vom Stativ gab nach), so dass ich zu dem Zeitpunkt noch einmal neu provisorisch ausrichten musste.
Am Anfang spiegelte sich der teilverfinsterte Mond noch im Wasser der Mirabellenbucht, später, während der Totalität, konnte man das nicht mehr erkennen, da der Mond dann schon sehr schwach war.
Während der sehr dunklen totalen Phase, konnte der Mond nur noch schwach mit dem Auge gesehen werden, er stand dann inmitten der Milchstraße, die im späteren Verlauf der Totalität auch etwas steiler stand. Es war somit eine der seltenen Gelegenheiten, den Vollmond und die Milchstraße zusammen gleichzeitig mit bloßem Auge sehen zu können. Das Bild entstand 23:13 Uhr zur ungefähren Finsternismitte und wurde mit der Canon EOS 400Da 6x30 Sekunden bei 1600 ISO belichtet. Der helle Fleck unten rechts stammt von der Stadt Agios Nikolaos hinter dem Berg.
Hier ist nun eine kleine Animation der Mondfinsternis, zusammengestellt aus 45 Aufnahmen von 21:07 Uhr bis 01:10 Uhr, zumeist im Abstand von 5 Minuten aufgenommen (Meade ETX 90). Da die Farbpalette der Datei nur 256 Farben umfasst (gif) sind einige Aufnahmen etwas farbverzerrt (da muss ich demächst noch mal was dran drehen).
Jetzt kommt eine Übersicht der einzelnen Aufnahmen, alle im Anstand von ca. 10 Minuten aufgenommen. Die Belichtungszeiten waren bei der ersten partiellen Phase 1/125 Sekunde bei 800ISO. Die Totalität wurde mit 1600 ISO oder 3200 ISO und 4-10 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen. Bei der zweiten partiellen Phase wurde wieder mi 1/125 Sekunde bei 800 oder400 ISO belichtet. Die Zeitangaben sind Lokalzeit auf Kreta (MESZ + 1h).
Auch in der Sternwarte Zwickau, zur öffentlichen Beobachtung, konnte die Mondfinsternis gesehen werden, zumindest teilweise. Ab kurz vordem Ende der Totalität klarte es etwas auf und der Mond kam zum Vorschein . Es waren ca. 50 Gäste anwesend.
Die Fotos wurden von Matthias Hillmann mit einer Sony DSC-W12 in Okularprojektion am Cassegrain 150/2250 (?) aufgenommen. Sie dokumentieren sehr schön den Verlauf der zweiten Hälfte der Finsternis. Durch vorbeiziehende Wolken ergaben sich interessante Motive. Die Zeitangaben sind im MEZ.
Hier sind noch zwei Collagen der Mondfinsternis, die linke aus Zwickau, die rechte aus Elounda/Kreta. Ein Klick auf das Bild gibt eine vergrößerte Ansicht.
Einige Bilder erreichten uns auch von Lutz aus Ingolstadt. Sie wurden während einiger Wolkenlücken mit einer EOS 400D und einem 300mm Teleobjektiv mit Zweifachkonverter aufgenommen. Vielen Dank für die Fotos. Die Zeitangaben sind in MEZ.