Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Das Herzberger Teleskoptreffen (HTT) 2015

am 18./19. September 2015

Beim Sommerfest der Sternwarte Zwickau kam 2015 der Vorschlag auf, dass man ja mal zum Teleskoptreffen nach Herzberg fahren könnte und einge Sternefreunde waren durchaus begeistert von der Idee. Das Treffen selbst fand vom 17.9. bis zum 20.9. statt. Wobei hier nur die Teilnahme von Freitag bis Sonntag diskutiert wurde, berufstätige Bevölkerung halt. Herzberg liegt im südlichen Brandenburg und ist wegen seines ziemlich dunklen Nachthimmel bekannt mit wenig Lichtverschmutzung. Was mal wieder zum Knackpunkt hätte werden können war das liebe Wetter. Die Aussichten waren alles andere als günstig. Trotzdem beschlossen wir (Josefine, Robert, Andreas und ich) unser Glück zu versuchen und hin zu fahren.

Freitag Mittag ging es bei mir von Celle aus los, die Anreise ist nicht ganz so weit. Das Auto war vollgepackt mit Zelt, Decken und anderen fürs Camping notwendigen Sachen. Als Astroausrüstung kam der Pentax 75/500 SDHF, zwei Hyperion Okulare und die erst zwei Wochen alte Skywatcher StarAdventurer Montierung mit, welche ich auch mal ein bisschen testen wollte. Dazu noch die Canon EOS 40Da mit dem 135er Tele und die Canon 5D mit dem 2.0/35mm für Übersichtsaufnahmen. Die Anfahrt war anfangs etwas holprig. Gleich um Braunschweig herum war ein wenig Stau und die A2 proppenvoll. Ab Magdeburg ging es aber dann, nur die letzten 80 km Landstraße haben sich auch etwas gezogen, obwohl kaum Verkehr war.

Nach dem Ankommen (bei bedecktem Himmel) baute ich erst mal das Zelt auf und wartete auf die Kollegen aus Zwickau, die dann auch bald eintrafen. Auch Stefan aus Quedlinburg war schon da. Nachdem der Kram ausgepackt war wurde erst mal ein Rundgang übers Gelände unternommen und dann ging es zwecks Abendessen zur H-Alpha-Bar. Ein großes Lob übrigens für die gastronomische Versorgung während des HTT an die Organisatoren.

Später, der Himmel klarte langsam auf, wurde noch die Autoscheinwerfer abgeklebt und langsam die Astro-Ausrüstung aufgebaut. Die Wettervorhersage von Meteoblue sollte weitestgehend recht behalten, ab 19 Uhr wurde es deutlich klarer. Man konnte sehr schön die abnehmende Helligkeit, das Erscheinen der ersten Sterne und später der Milchstraße miterleben. Zuerst waren auch der Mond un der Saturn noch dabei, die gingen aber zeitnah unter.

Störend war nur, dass in der ersten Nachthäfte immer wieder dünne Wolken/Dunst durchschwebte. Für Astronomen, die geguidete Aufnahmen machten war das sicher ein Problem. Wir taten nichts dergleichen, sondern benutzten den Pentax visuell und mit der StarAdventurer fotografierte ich mit der Canon 5D Übersichstaufnahmen, erst vom Schützen bis zum Schild, dann vom Schild zum Adler und letztlich vom Adler zum Schwan. Auch hier wurden aufgrund der Wolken nicht alle Bilder, aber die schlechteren kann man ja aussortieren. Als Ergebnis dieser Aktion gibt es ein kleines Panorama der Milchstraße. Zusammengebastelt aus drei Bildern, die aus je 10-15 Einzelbildern (je nach Wolkenlage) bestehen und die jeweils bei 1600 ISO 60 Sekunden belichtet wurden.

Während der Belichtungen ergab sich natürlich die Gelegenheit, mal über den Platz zu tigern und durch andere Instrumente zu schauen, vor allem da ja auch ein paa sehr große Dobson-Teleskope aufgebaut waren. Ich muss schon sagen, dass der Blick durch den 1m Dobson sehr beeindruckend war. So hatte ich M13 und M31 noch nie gesehen. Schon toll, was es teilweise für Ausrüstungen zu sehen gab.

Zurück bei der eigenen, eher bescheidenen, Ausrüstung schraubte ich nun die Canon EOS 40Da mit dem Car Zeiss 2.8/135 Objektiv auf die StarAdventurer. Andreas fotografierte auch mit einer EOS 40Da auf seiner AstroTrac-Montierung. Zum Glück hatte Andreas auch Heizmanschetten für die Objektive mit (wovon ich auch eine geliehen bekam), da es nun doch ziemlich feucht wurde und die Objektive beschlugen. So was bastel ich mir demnächst auch mal. Da im Süden und Westen immer noch leichter Dunst war wurde nun zuerst die Andromedagalaxie M31 fotografiert. Die sah schon mit bloßem Auge recht gut aus, wie man auch locker M34 sowie h und chi Persei erkennen konnte. Da die Dunkeladaption der Augen wegen des nur schwachen Lichtes sehr gut war, konnte ich auch erstmals die Dreiecksgalaxie M33 mit bloßem Auge erkennen. Folgendes Foto ist mit dem 135er Objektiv 25 mal 120 Sekunden bei 1600 ISO belichtet wurden. Das Objektiv hatte ich auf 4 abgeblendet.

Da es mittlerweile nach Mitternacht war und nun vollständig klar (genial: das Band der Milchstraße von West nach Ost) versuchte ich mich noch mal beim Cirrusnebel. Dieser passt zwar vollständig ins Bildfeld beim 135er Objektiv, geht aber auf dem Bild bei den Massen an Sternen etwas unter. Beim nächsten mal werde ich wahrscheinlich den CLS Filter verwenden, um die Sterne ein wenig zu unterdrücken. Benutzt wurde dieselbe Technik wie bei M31. Er wurde 23 x 180 Sekunden bei 1600 ISO belichtet.

Als letztes Objekt der Nacht wurde meinerseits nun der California-Nebel im Perseus aufgenommen, der nun auch schon recht hoch stand. Der Orion und die Zwillinge waren nun auch schon aufgegangen, ein deutliches Zeichen, dass es auf den Winter zugeht. Mehr fotografieren wäre auch gar nicht gegangen, da nach dem California-Nebel alle Kameraakkus so was von leer waren. Gegen drei Uhr zogen wir uns dann nach einer sehr schönen Beobachtungsnacht ins Zelt zurück. Hier ist nun noch der NGC 1499, belichtet 21 x 150 Sekunden, dann waren die Akkus tot.

Der Samstag begann sehr sonnig und mit einem guten Frühstück in der H-Alpha-Bar. Anschließen ging es übers Gelände wo man den ein oder anderen Blick durch Sonnenteleskope werfen konnte. Die Sonne mit einem Binokular zu betrachten ist ziemlich toll. Man erkennt, wahrscheinlich wegen des entspannteren Sehens deutlich feiner Details. Auch die Venus konnte man in einigen Teleskopen sehr schön sehen.

Später wurde noch ein Waldspaziergang unternommen, zwecks Geocaching und Pilze suchens (es wurden auch welche gefunden). Hinterher war Mittagsruhe angesagt und danach war das Wetter leider nicht mehr so toll. Es zog ein Wolkengebiet auf, aus dem es später auch ausgiebig regnete. Da konnte man dann zum Glück in der trockenen H-Alpha-Bar sitzen und das Abendessen genießen.

Abends wurde das Wetter zwar wieder besser, aber kein Vergleich mit dem Vortag mehr. Es gab zwar Wolkenlücken, aber klare Phasen des gesamten Himmels kaum. Immerhin stellte ich noch die Canon EOS 5 D auf und machte drei Serien Übersichtsaufnahmen, die ich hier mal zu einem kurzen Film zusammengefasst habe.

Abschiedsgruß vom HTT