Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Der Merkurtransit vom 11.11.2019

aufgenommen in Callao Salvaje, Teneriffa

Am 11.11.2019 gab es wieder einen Merkurtransit. Dieser war von Deutschland aus ohnehin nur zur Hälfte zu sehen, da kurz nach dem Maximum die Sonne unterging. Im Verbund mit dem nicht für seine dauerhaft schönen Tage bekannten Novemberwetter entschloss ich mich, einen Teil des Urlaubs in den November zu verlegen und den Transit in Teneriffa zu beobachten. Dort war er theoretisch vollständig zu sehen. Beim Ende stand die Sonne aber auch in Teneriffa nur 2 Grad überm Horizont. Der Flug ging am 10.11. nachmittags undich kam nach Einbruch der Dunkelheit im Hotel an. Ich konnte also nicht mehr großartig nach einem Beobachtungsort suchen. Der Urlaubsort lag im Westen der Insel, der Sonnenuntergang fand Richtung El Hierro/Gomera statt, das war also schon mal in Ordnung so. Wenn das Wetter in Küstennähe wolkig gewesen wäre, hätte ich mich auf den Weg in die Caldera de las Canadas gemacht. In 2000 Metern Höhe ist es hier fast immer schön. Das war aber nicht nötig, an diesem Tag war es auch an der Küste wolkenlos, die Temperaturen lagen bei mehr als 25 Grad.

Der Transit begann in Callao Salvaje um 12:35 Uhr (UT) mit dem 1. Kontakt, vollständig vor der Sonne war Merkur 12:37 Uhr (2. Kontakt). Die Mitte des Transits, welcher diesmal fast zentral durch den Mittelpunkt der "Sonnenscheibe" verlief, war 15:19 Uhr. Der Austritt erfolgte 18:02 Uhr und 18:04 Uhr war Merkur vollständig von der Sonne weg. Zu diesem Zeitpunkt stand die Sonne nur noch 2 Grad überm Horizont, sie ging wenig später unter. Aber auch das war alles noch gut zu sehen, am Schluss war die Sonne durch die Refraktion der Atmosphäre nur etwas elliptisch geworden. Das Bild oben gibt den Eindruck des ersten Beobachtungsplatzes auf dem Balkon wieder. Im Hintergrund sieht man die Bergkette des Kraterandes der Caldera des las Canadas. Beim rauslehnen hat man auch den Teide gesehen. Beim Blick in die andere Richtung sah man das Meer.

Als Ausrüstung verwendete ich den Pentax 75/500 SDHF auf einer StarAdventurer Reisemontierung. Am Pentax war ein Herschelprisma befestigt, an diesem ein Baader Hyperion 21mm Okular und daran die Canon EOS 77D zum fotografieren. Aufgrund des Gewichts war das ganze auf der kleinen Montierung etwas wackelig, funktionierte aber. Ich nahm während des gesamten Transits alle 60 Sekunden ein Bild auf, bei Beginn und am Ende alle 30 Sekunden. Zwischendurch gab es allerdings ein paar Unterbrechungen. Nach ca.einer Stunde korrigierte ich die Einnordung, weil die Sonne ständig aus dem Bild lief. Am Tag ist der Polarstern nicht zu sehen, so dass ich nur so ungefähr ausrichten konnte. Das korrigierte ich jetzt anhand der Navi-App und der Ausrichtung der Wände des Hotels, dann stimmte alles. Später musste ich das Instrument umsetzen, da der Balkon dann im Schatten lag. Ich stellte die Ausrüstung dann auf die andere Seite des Gebäudes, auf einen kleinen Weg innerhalb der Hotelanlage. Das Umsetzen nahm weniger als 10 Minuten in Anspruch. Hier ein Bild des zweiten Standorts.

Pünktlich um 12:35 Uhr UT startete der Transit. Hier ist ein Foto von 12:37 Uhr, da war der Merkur gerade vollständig vor der Sonne.

15:19 Uhr UT war die Mitte des Transits. Merkur stand jetzt nun fast mittig vor der Sonne.

Eines der letzten Bilder des Transits: Gegen 18 Uhr stand der Merkur schon ganz nah am Sonnenrand. Dieser war durch die geringe Höhe überm Horizont schon deutlich deformiert und die Sonne insgesamt schon stark elliptisch.

Hier ist eine erste Zusammenfassung des gesamten Veraufs von 12:39 Uhr UT - 17:45 Uhr UT.