Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Doppelschatten im Harz

die Mondfinsternis vom 7.8.2017 aufgenommen bei Blankenburg im Harz

Die Beobachtung der ohnehin kleinen partiellen Finsternis wurde dadurch erschwert, dass das Maximum (24,6%) bei Mondaufgang schon vorbei war. Um überhaupt noch etwas von der Kernschattenphase mitzubekommen, brauchte man also sehr freie Horizontsicht Richtung Osten/Südosten. Was bei mir im Garten nur bedingt gegeben ist. Ich hätte also auf jeden Fall auf ein Feld in der Nähe fahren müssen. Allerdings zogen von Westen her dichte Schleierwolken auf, so dass ich etwas weiter nach Osten auswich. In Richtung Harz und dann auf der B6 nach Osten bis Blankenburg. Dort waren die Schleierwolken noch zu sehen, aber der gesamte Osthorizont war recht klar. Zum Beobachten stand ich auf einem kleinen Parkplatz am Westrand von Blankenburg an der Straße von Blankenburg nach Westerhausen. Diesen erreichte ich gegen 20:30 Uhr also ca. 15 Minuten vor Mondaufgang. Von hier hatte man erst einmal einen schönen Blick Richtung Westen auf die hinter der Festung Regenstein (machte ihrem Namen zum Glück keine Ehre) untergehende Sonne. Im Westen waren auch die Schleierwolken.

Nach Osten und Südosten hatte man eine recht freie Sicht auf den Horizont, im Süden war die Teufelsmauer zu erkennen und im Südwesten Blankenburg mit seinem Schloß. Hier der Blick nach Südosten übers Feld zum Mond.

Die Mondfinsternis war die 62. Finsternis im Saros-Zyklus 119. Der Eintritt in den Kernschatten war 19:23 Uhr (MESZ), das Maximum wurde gegen 20:22 Uhr erreicht. Der Kernschatten wurde 21:18 Uhr verlassen, der Halbschatten 22:51 Uhr. Theoretischer Mondaufgang an meinem Beobachtungsort war 20:44 Uhr, den Mond zum ersten Mal über den horizontnahen Bäumen sehen konnte ich 20:54 Uhr. Die Verfinsterung betrug zu diesem Zeitpunkt noch ca. 20%. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt noch sehr helle Dämmerung, die Sonne war gerade mal seit 10 Minuten verschwunden. Die äußeren Bedingungen waren sehr schön, um die 20°C, kaum Wind - das ist angenehmes Beobachten. Der Mond stand eigentlich währen der gesamten Kernschattenphase sowohl im Schatten der Erde als auch in der Gegendämmerung, also im auf die Atmospäre projizierten Schatten der Erde, deswegen auch die Überschrift mit dem Doppelschatten. Hier nun das erste Bild des noch kontrastarmen Mondes (obs die Vögel wohl bis dahin schaffen):

Gegen 21:01 Uhr war der Mond schon kontrastreicher zu sehen, aber immer noch leicht deformiert wegen der Horizontnähe. Vögel waren aber auch noch unterwegs.

Auch 21:07 Uhr ist der Mond noch nicht vollständig rund.

Gegen 21:11 Uhr sieht das schon besser aus. Und nein, total ist die Finsternis nicht. Obwohl die Farbe des Mondes das auch hergeben würde. Der war wirklich ziemlich rötlich, aber das kam wohl eher durch die dunstige Luft.

21:17 Uhr kurz, vor Ende der Kernschattenphase, flog ein entferntes Flugzeug am Mond vorbei (von dort konnte man die Finsternis bestimmt sehr gut sehen).

Um 21:27 Uhr war der Halbschatten noch deutlich sichtbar.

Beim letzten Foto von 21:39 Uhr fällt auch der Halbschatten nicht mehr sonderlich auf, mit bloßem Auge war da nichts mehr zu erkennen.