Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Sibirischer Mondfinsternismorgen

die Mondfinsternis vom 21.1.2019 aufgenommen auf dem Rasthof Wülferode (Hannover)

Es war wie meistens, für Celle war klarer Himmel vorhergesagt, und wie immer war Nebel und keine Spur vom Mond zu sehen. Und wie meistens konnte man ein paar Kilometer aus dem Kaff rausfahren (in diesem Fall auf die Raststätte Hannover Wülferode) und es war klarer Himmel. Wohlgemerkt klar, nicht dunstig oder so.

Außerdem herrschte sibirische Kälte, -9°C. Ich wollte eigentlich die Finsternis auf dem heimischen Balkon ansehen und nur ab und zu rausgehen, aber das war ja dann nichts. Also musste ich vier Stunden Sibirien ertragen. Den Beginn bis zur Totalität schaute ich auf dem Rasthof der A7 in Richtung Süden. Dann standen dort Bäume vorm Mond und ich wollte auf Gegenseite Richtung Norden wechseln, verpasste aber die Ausfahrt, so dass ich bis Hildesheim fahren und dort drehen musste. Einen schnellen Beobachtungsplatz konnte ich dort nicht entdecken, also fuhr ich wieder nach Wülferode auf den Rastplatz (A7 Richtung Norden), wo ich den Rest der Finsternis betrachten konnte. Aus diesem Grund fehlen Fotos von ca. 5:55 Uhr bis 6:25 Uhr. Hier baute ich das Teleskop direkt vorm Rasthof auf, so dass ich mich wenigstens ab und zu kurz mal wärmen konnte. Auch ein Cappucino war drin. Am Ende, gegen 8 Uhr, waren die Hände und Füße trotzdem ziemlich abgefroren.

Die Mondfinsternis war die 27. Finsternis im Saros-Zyklus 134, und somit der direkte Nachfolger der Finsternis vom 9.1.2001, die ich seinerzeit auch beobachten konnte. Auch damals war es in ganz Deutschland gut, nur hier hatte man natürlich mit Nebel und Hochnebel zu kämpfen und bekam von der Totalität kaum was mit. Der Eintritt in den Halbschatten war 3:36 Uhr (MEZ), sichbar war die Finsternis ab ca. 4:15 Uhr. Erste Fotos sind von 4:20 Uhr. Der Eintritt in den Kernschatten war 4:34 Uhr, die Totalität begann 5:41 Uhr erreicht. Finsternismitte war 6:12 Uhr, Ende der Totalität 6:43 Uhr und Ende der partiellen Phase 7:51 Uhr. Der Mond ging 8:30 Uhr unter, der Austritt aus dem Halbschatten war 8:48 Uhr.

Die ersten Fotos konnte in der einleitenden Halbschattenphase gegen 4:24 Uhr aufnehmen, von da an eigentlich alle 30 Sekunden die komplette Finsternis bis gegen 7:52 Uhr. Mit der oben erwähnten Lücke um die Finsternismitte und ein paar kleineren Pausen (unter 3 Minuten), wo ich das Teleskop umstellen musste, wegen horizontnaher Bäume. Das letzte Foto nahm ich in der hellen Dämmerung gegen 8:09 Uhr von einer Brücke über die B3 auf, der Mond knapp über bereiften Bäumen. Der Halbschatten war da noch zu erahnen. Ich beobachtete übrigens mit dem Pentax 75/500 SDHF auf der StarAdventurer Montierung mit angeschlossener Canon EOS 77D.

Kurz nach Finsternismitte, gerade eben auf dem Rasthof Wülferode Richtung Norden angekommen, sah der Mond so aus. Ich hatte ihn während der ganzen Rückfahrt von Hildesheim auch in der Frontscheibe im Blick.

Hier sind die oben erwähnten Aufnahmen alle 30 Sekunden zu einem kurzen Verlaufsfilm der Finsternis zusammengefasst. Man sieht auch, dass der Mond kurz nach Beginn der Totalität hinter Bäumen verschwindet und am Ende der Finsternis auch. Die Aufnahmen der letzen 10 Minuten sind Freihandaufnahmen, da ich verschiedene Baumlücken anpeilen musste.