Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Eine Zitterpartie

die Mondfinsternis vom 16./17.7.2019 aufgenommen Holdenstedt (Uelzen), Garßen und Celle

Ich hatte eigentlich wenig Hoffnung, von dieser partiellen Mondfinsternis überhaupt etwas zu sehen. Hier herrschte schon seit Tagen grauestes Novemberwetter, vom sogenannten Sommer war keine Spur zu sehen, es war Dauergrau und kalt, die Höchsttemperaturen lagen seit Tagen um 17°C. Was für ein Unterschied zum Jahr vorher, wo einigermaßen gutes Wetter war und die Temperaturen bei 35 °C lagen. Am Abend vor der Mondfinsternis klarte es kurzzeitig mal auf, dass der Mond zu sehen war. Aber am 16. war davon nichts mehr zu sehen, stattdessen kam noch Sprühregen dazu...

Am Abend taten sich aber im Norden ein paar Wolkenlücken auf (aber nicht im Südosten). Auf dem Satellitenbild war zu sehen, dass im Norden ein Gebiet mit weniger Wolken war, dass sich langsam nach Süden ausdehnte. Sehr breit war das allerdings nicht, dann kam von der Nordsee neuer Hochnebel. Das Gebiet war auch nicht ganz wolkenfrei, Schleierwolken und die eine oder andere dichtere Wolkenbank gab es da auch. Um die Lücke zu nutzen, setzte ich mich ins Auto und fuhr Richtung Uelzen in diese hinein. Bei Holdenstedt am Ortseingang fand ich einen guten Stellplatz am Rande eines Feldes, wo ich freien Blick Richtung Südosten hatte. Dort baute ich den Pentax 75/500 SDHF mit der Canon EOS 77D auf. Ein Nachführung verwendete ich nicht. Ein paar Fotos schoß ich noch mit dem Smartphone und der Canon M3 mit dem Canon EF 4/70-200mm. Im Westen war gegen 21:30 Uhr noch ein schöner Dämmerungshimmel zu sehen.

Pünktlich 22:01 Uhr tauchte der Mond im Südosten zu Beginn der Kernschattenphase aus der horizontnahen Wolkendecke überm Feld auf (siehe auch die Collage am Ende).

Die Mondfinsternis war die 21. Finsternis im Saros-Zyklus 139. Der Eintritt in den Kernschatten war 22:02 Uhr (MESZ), das Maximum wurde gegen 23:31 Uhr erreicht. Der Kernschatten wurde 01:00 Uhr verlassen, der Halbschatten 02:18 Uhr. Theoretischer Mondaufgang an meinem Beobachtungsort war 21:31 Uhr. Die maximale Verfinsterung betrug ca. 65%. Die Höhe über dem (theoretischen) Horizont war zu Beginn der Finsternis nur 2,5°, aber selbst im Maximum auch nur 10°. Hier noch ein Bild des Mondaufgang überm Feld. Diese ersten beiden Fotos wurden mit der Canon M3 und 200mm Brennweite aufgenommen.

Nun konnte man erst einmal eine knappe halbe Stunde beobachten, dann schob sich eine Wolkenbank vor den Mond, die nächste halbe Stunde ging dann nichts mehr und man musste auf Jupiter und Saturn ausweichen, die durchaus zu sehen waren. Hier ist das vorerst letzte Bild des Mondes von 22:23 Uhr. Dieses Foto wurde mit dem Pentax aufgenommen.

Ab 22:53 Uhr war der Mond dann wieder zu sehen, dann schon deutlich mehr verfinstert.

Um 23:10 kam die ISS das erste Mal vorbei, auf der Smartphoneaufnahme kann man neben dem Mond und der ISS noch den Jupiter und den Saturn erkennen. Das zweite Mal war die ISS dann gegen 0:45 Uhr zu sehen, da war ich aber schon wieder in Celle.

Gegen 23:20 Uhr (Bild oben), kurz vor dem Maximum, kam dann die neue Hochnebeldecke aus Nordwest an, ein Verweilen am Beobachtungsplatz wurde sinnlos. Ich packte ein und fuhr zurück nach Celle. Die erste halbe Stunde ging nur durch Wald, da konnte man den horizontnahen Mond kaum sehen. In Garßen konnte ich gegen 23:55 Uhr wieder ein Foto aufnehmen.

Im heimischen Garten in Celle war dann anfangs klarer Himmel, hier das erste Foto von dort, was um 0:16 Uhr aufgenommen wurde.

Bis gegen 00:45 Uhr war es jetzt klar. Das Bild ist von 00:39 Uhr. Zu der Zeit war auch die ISS noch einmal zu sehen, diesmal relativ zenitnah.

Dann kamen die Wolken auch in Celle an. Die restliche Zeit der Finsternis gab es wiederum nur kurze Wolkenlücken. Bis kurz nach 1 Uhr blieb ich noch im Garten, dann wurde die Bewölkung zu dicht. Die Kernschattenphase war da auch vorbei, so dass ich im Prinzip die gesamte Finsternis sehen konnte, wenn auch mit Unterbrechungen. Eins der letzten guten Bilder ist von 00:56 Uhr.

Als Abschluss hier noch eine Collage der Finsternis mit ihrem Verlauf in etwas besserer Auflösung.