Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Die ringförmige Sonnenfinsternis vom 3.10.2005

aufgenommen in Benidorm/Spanien

Am 3. Oktober 2005 fand eine ringförimge Sonnenfinsternis über Europa statt. In Deutschland war die Finsternis partiell zu sehen, wobei nur in Norddeutschland das Wetter mitspielte und hier die Sonne zu 45 - 50 Prozent bedeckt zu sehen war.

In einem schmalen Streifen, der quer über die iberische Halbinsel verlief, war die Finsternis ringförmig zu sehen. Dieser Streifen zog sich vom Norden Portugals über Zentralspanien (Madrid) zur Costa Blanca hin. Die ringförmige Zone verließ zwischen Alicante und Valencia wieder das Europäische Festland, aber halb Ibiza und Formentera lagen auch noch in dieser Zone. Ebenfalls eine ringförmige Finsternis hätte man in Tunesien sehen können, aber auch dort spielte das Wetter nicht mit.

Da ich in diesem Jahr noch keinen größeren Urlaub hatte, beschloss ich diesen mit der Finsternis zu verbinden und eine Woche nach Benidorm (50 km nordöstlich von Alicate) zu fahren. Dort ist es um diese Jahreszeit noch schön warm und man konnte tatsächlich gut in der Sonne entspannen und das Mittelmeer war auch noch sehr angenehm temperiert. Außerdem lag die Zentrallinie der Finsternis nahe Benidorm ...

Der Verlauf der Sonnenfinsternis glich allerdings dann mehr einem (wettertechnischen) Krimi. Der erste Blick am 3. Oktober aus dem Fenster war schrecklich ernüchternd: Wolken, und zwar ziemlich viele. Es war so gegen 7 Uhr und der Himmel war mehr oder weniger dicht (zum Finsternisbeginn noch ca. 2,75 Stunden). Also trabte ich erst mal mißmutig zum Frühstück. Danach besuchte ich den in den Vortagen auserkorenen Beobachtungsplatz auf der Dachterrasse des Hotels, welche in der Nähe meines Zimmers lag. Der Strand wäre zwar auch gegangen, aber im Sand steht das Stativ nicht so gut. Der Himmel sah nun schon weit besser aus. Die Sonne war gerade aufgegangen (und zu sehen!) und größere Teile des Himmels waren schon wolkenfrei (allerdings nicht in der Gegend, wo in ca. 1 Stunde die Finsternis beginnen sollte).

Nun ging's erst mal wieder auf's Zimmer, um das Equipment vor zu bereiten. Gegen 9:30 Uhr gings wieder auf die Terasse, wo nun auch schon einige andere Beobachter anwesend waren. Das Wetter hatte sich inzwischen so weit gebessert, das man die Sonne gut sehen konnte, wenn auch noch Wolken davor waren. Nur das Benutzen des Filters vorm Objektiv zum Fotografieren war nicht möglich, da man durch diesen nichts sehen konnte. Das war aber nicht ganz so tragisch, da mein Teleobjektiv mit Blende 22 arbeitet und noch ein Konverter davor war (also Blende 44, Brennweite 260 mm x 2 = 520 mm). Mit einer Belichtungszeit von 1/500 s stand nun den Aufnahmen nichts im Wege (doch: die Wolken waren manchmal noch so dicht, das auch die Sonne nicht mehr durchkam). Zur Beobachtung mit der Finsternisbrille mußte man halt probieren, entweder man sah durch diese noch etwas, oder wenn nicht tat es auch (ausnahmsweise) kurzzeitig die Sonnenbrille. Außerdem machte ich noch ein paar 'Notaufnahmen' mit der Digitalkamera (Casio QV R4), falls der Analogfilm nichts geworden wäre.

Den Finsternisbeginn gegen 9:42 Uhr konnte man also nun ganz gut sehen. Das Wetter wurde auch währen des ersten Teils der partiellen Bedeckung immer besser, so dass der Sonnenfilter und die Finsternisbrille wieder zum Einsatz kamen. Dann der Moment des Schreckens: ca. 15 Minuten vor beginn der ringförmigen Phase zog eine dicke Wolke vor die Sonne und man sah nichts mehr. Es folgte zehn wirklich lange, gespannte und auch hoffnungsvolle Minuten, dann schaffte es die schon arg geschwächte Sonne sich durch die Wolke zu brennen, von der nur dünnere Filamente übrigblieben (10:56 Uhr). Das nachfolgende Bild von 10:50 Uhr verdeutlicht die Situation. Die übergreifenden Hörnerspitzen sind aber gut zu sehen. Aufgenommen wurde das Foto mit der Casio QV R4 (3 fach optischer und ein bisschen digitaler Zoom).

Nun konnte man wieder ganz gut beobachten, der Filter musste aber wieder runter. Es war nun absolut faszinierend zu sehen, wie die Sonnensichel immer dünner und U-förmiger wurde, die letzten Sekunden gingen ganz schnell, dann hatte sich der Ring gegen 11:00:30 Uhr geschlossen. Nun wurden natürlich viele Fotos gemacht, aber ca. eine Minute der ringförmigen Phase (die viel zu schnell verging) nahm ich mir auch, um die Stimmung auf zu saugen. Es war absolut still (in Benidorm !). Keine Vögel, keine Hunde, keine Katzen - nichts zu hören. Das Licht war ziemlich dunkel und sehr unnatürlich so rosa und gelbgrün, vor allem überm Meer. Und es wehte eine ziemlich kühle Brise.

Um 11:04 Uhr gabe der Mond die Sonne wieder frei, die ringförmige Phase war beendet. Nach ca. 10 Minuten waren dann auch alle Wolken verschwunden (typisch) und man konnte jetzt sehr gut (mit Filter und Brille) verfolgen, wie der Mond sich von der Sonne zurückzog. Gegen 12:30 Uhr war auch das letzte Stück Mond von der Sonne verschwunden, die Finsternis war beendet. Insgesamt gesehen war sie doch sehr schön und erfolgreich verlaufen, die Wolken haben zwar für spannende Momente gesorgt, das Beobachten der Finsternis aber glücklicherweise nicht sehr behindert. Es war ein absolut eindrucksvolles Erlebnis. Auch die später entwickelten Fotos sind sehr gut geworden. Die Ergebnisse sind im Folgenden zu sehen, das obere Bild zeigt die Erstergebnisse mit der Digitalkamera, das untere die der entwickelten und eingescannten Filme.

Nach der Finsternis ging es dann erst mal an den Strand und am Abend gab es dann zum Ausklang des Tages noch einen Wein auf der schönen Terasse über der Bucht von Benidorm. Ein wunderschöner Sonnenuntergang rundete den erfolgreichen Tag ab.