Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Die partielle Sonnenfinsternis vom 11.8.2018

aufgenommen am Hafen von Oslo (Norwegen)

Am 11.8.2018 fand eine partielle Sonnenfinsternis um den Nordpol herum statt, die in Mitteleuropa nicht zu sehen war und deren südliche Begrenzungslinie in etwa auf der Breite von Nordschottland, Oslo, Stockholm und Estland lag. Da ich schon immer gerne einmal wissen wollte, wie so eine Schiffstour ist, hatte ich schon im Januar ein verlängertes Wochenende mit der ColorLine nach Oslo gebucht. Bei dieser fuhr ich am Donnerstag von Kiel ab, durch die dänische Inselwelt und war am Freitag vormittags in Oslo. Am Freitag konnte ich mir Oslo ansehen. Samstag kurz vor Mittag war die Finsternis und 14 Uhr ging es wieder aufs Schiff, was dann Sonntag 10 Uhr wieder in Kiel anlegte. So konnte man zwei Sachen verbinden: mal eine Schiffstour durch nordische Gegenden zu unternehmen und evtl. eine partielle Minifinsternis beobachten.

Denn entsprechend der Lage an der südlichen Sichtbarkeitslinie hatte sie in Oslo nur eine Größe von 4,9% und lediglich 1,3% der Sonnenscheibe wurden bedeckt. Die Finsternisdauer war auch nur 41 Minuten von 10:41 Uhr bis 11:22 Uhr mit dem Maximum um 11:01 Uhr. Der größte Bedeckungsgrad dieser Finsternis wurde im nordöstlichen Sibirien mit 68% erreicht. Diese Sonnenfinsternis war der direkte Nachfolger der Finsternis vom 11.8.1999 im Meton-Zyklus (19 Jahre, 235 Mondumläufe), die in Deutschland total war und die ich seinerzeit auch beobachten konnte.

Das Wetter am Samstag früh in Oslo hätte besser nicht sein können, es war klarer Himmel mit sehr wenig Wolken. Sogar der Wind hatte sich gelegt, der am Vortag noch in Sturmstärke unterwegs war. Als Beobachtungsort wählte ich die Akershus-Festung, von der man einen guten Blick auf die Sonne, aber auch auf den Hafen von Oslo hat. Da ich nur mit einem Rucksack unterwegs war, hatte ich auf Stativ und Nachführung verzichtet und tätigte Freihandaufnahmen mit der Canon EOS 77D und dem Walimex 8/500 Objektiv mit dem Filter aus Baader Sonnenfilterfolie. Leider erwies sich das fokussieren damit etwas schwierig, den ein vorher am entfernten Landmarken eingestellter Fokus verstellte sich beim Anbringen des Filters wieder oder die Bilder wurden durch die Bewegung der Folie leicht unscharf. Die meisten Fotos machte ich mit Blende 11, 400 ISO und 1/800 Sekunde Belichtungszeit. Sonnenflecken waren an diesem Tag auf der Sonne nicht zu sehen. Hier eine Aufnahme des Beobachtungsortes (an der Mauerecke, die Sonne stand oberhalb des Relexes oben links):

Jetzt folgt eine Collage der Ergebnisse. Die Aufnahmezeiten sind links, v.o. 10:45, 10:50, 10:54. In der Mitte das Maximum von 11:01 und rechts v.o. 11:06, 11:12, 11:19.

Hier ist noch ein kurzer Film der Sonnenfinsternis, zusammengesetzt aus 36 Aufnahmen.