Berichte und Fotos zumeist in Celle und Umgebung aufgenommen.

Reisebericht Costa de la Luz 10.9.2017 bis 21.9.2017


Um dem absolut widerwärtigen sogenannten Sommer in Norddeutschland zu entfliehen und zumindest ein wenig das Sonnendefizit auszugleichen, gab es im September 2017 noch einen mittellangen Urlaub an der spanischen Antlantikküste in Andalusien, der Costa de la Luz. Der Urlaub war eigentlich als Entspannungs- und Kultururlaub gedacht. An dem über 8km langen Strand Playa Barrosa konnte man sehr schöne Strandspaziergänge machen. Der Urlaubsort Novo Sancti Petri lag ungefähr in der Mitte des langen Strandes. Außerdem war es nach Cadiz, Jerez de la Frotera und auch an die Südspitze Europas Tarifa nicht sehr weit. Auch einige der schönen weißen Dörfer lagen in unittelbarer Nähe, so Velez de la Frontera oder Medina Sidonia.

Für astronomische Zwecke ist die Gegend aber nur bedingt geeignet, da hier alles nur knapp über dem Meeresspiegel liegt und es durch viele Ortschaften auch recht hell ist. Heißt ja nicht umsonst "Küste des Lichts". Die kleine Ausrüstung nahm ich trotzdem mit. Es handelte sich um die Star Adventurer Montierung mit der Canon EOS 40Da und dem 4/300 Tele. Man weiß ja nie. Der Blick in die interessante Himmelsrichtung Südwest war auch recht dunkel, da man hier Richtung Atlantik schaute. Das Hotel Sol Sancti Petri lag am Rande des Ortes in ein Pinienwäldchen integriert. Die Gebäude waren nur zweistöckig, das oberste Geschoss, in dem sich auch unser Zimmer befand, ragte gerade so über die Baumgipfel. Hier mal ein Bild vom Balkon.

Das war aber die NW-Seite. Zum Strand ging es nur durch die Gartenpforte auf dem Bild und dann ca. 200m durch den Wald und die Dünen (über Bohlenstege). Dort war auch gleich am ersten Abend ein schöner Sonnenuntergang sichtbar. Eigentlich fast jeden Abend, bis auf einen.

Diesmal sogar mit einem Anflug des "Grünen Strahls" kurz vorm Verschwinden der Sonne.


Allerdings war mir das Beobachten oder Astro-Fotografieren am Strand zu mühselig. In den Dünen wurde man von den Mücken gefressen und am Strand wäre die Aufstellung schwierig geworden und es war auch zuviel Wind für die nicht ganz wackelfeste Konstruktion der StarAdventurer.

Deswegen blieb ich für meine "Just for fun" Aufnahmen im Hotel. Die Dachterasse war leider nicht zu betreten, da abgeschlossen, aber der Treppenaufgang zu dieser hatte einen Absatz, den man gut zum Stellen des Stativs nutzen konnte. Die Blickrichtung von dort war auch Südwest, was für die beobachteten Objekte auch sehr gut war. Direktes Licht hatte man eigentlich nicht, es störte nur die Beleuchtung der Außenterasse des Speisesaals, aber wenn man die Mauer der Treppe als Lichtschutz verwendete ging eigentlich.


Der zweite Urlaubstag (11.9.) war schon tagsüber ziemlich klar gewesen und am Abend blieb es so. Auch über dem Meer war es nicht dunstig. Also baute ich die StarAdventurer mit dem 4/300 Tele und der Canon EOS 40 Da auf. Zum Test der Ausrüstung visierte ich zuerst den Ptolemäus-Sternhaufen (M7) an. Es wurden immerhin 35 Aufnahmen mit 30 Sekunden Belichtungszeit bei 800 ISO.

Als erstes richtiges Fotoobjekt musste mein Lieblingsobjekt, der Katzenpfotennebel (NGC 6334) herhalten. Allerdings steht der in Spanien auch nicht sonderlich hoch überm Horizont und er war hier in dieser Jahreszeit auch schon am Untergehen. Es reichte noch für 60 Aufnahmen mit 40 Sekunden Belichtungszeit bei 1250 ISO. Dann verschwand er hinter den Bäumen.

Als Nächstes kam die Gegend um den Lagunennebel (M8) dran. Die steht etwas höher am Himmel und war somit etwas länger sichtbar. Es reichte noch für 50 Aufnahmen mit 40 Sekunden Belichtungszeit und 1250 ISO. Auf dem Bild sin folgende Objekte zu sehen (von oben): der offene Sternhaufen M21, Trifidnebel M20, der Lagunennebel M8 und der Seestern-Kugelsternhaufen NGC 6544. Links von M8 kann man noch die kleineren Nebel SH2-29 und NGC 6559 sehen, ebenso IC 1275 und IC 4684.

Anschließend kamen die Nebel M16 (Adlernebel) und M17 (Omeganebel) an die Reihe, die man eigentlich auch in Deutschland noch ganz gut sehen kann. Dieses Jahr aber wegen Dauersauwetters eher nicht, so dass jetzt hier eine Aufnahmen gemacht wurde. Höher überm Horizont stehen sie in Südspanien allemal. Es wurde 56 x 30 Sekunden bei 1250 ISO belichtet. Unten ist M17, oben M16.

Die letzte Aufnahme der Nacht, der Helixnebel (NGC 7293) ist sicher kein Glanzlicht. Denn erstens lief die Montierung nicht mehr rund (die Akkus hatten wohl nachgelassen), weswegen die Sterne Striche sind. Und zweitens stand er noch in der Lichtglocke des Ortes, wenn auch am Rand, so dass der Kontrast auch nicht optimal ist. Belichtet wurde 20 x 30 Sekunden bei 1250 ISO, die restlichen Aufnahmen (es waren auch 60) waren nicht verwertbar.


Am 13.9., nach einem Ganztagesausflig nach Sevilla, war man eigentlich ziemlich geschafft. Trotzdem musste das wieder sehr klare Wetter genutzt werden, um an diesem Tag wenigstens einige Übersichtsfotos aufzunehmen, die dann später zu einem Panorama der Milchstraße zusammengefügt wurden. Dazu diente das Canon EF 2.0/35 Objektiv, mit dem 5 Fotos der südlichen Milchstraße (bis Höhe Scutum) aufgenommen wurden. Dies bestanden je aus 20 Einzelbelichtungen mit 40 Sekunden Belichtungszeit bei 800 ISO Empfindlichkeit. Aus den 5 Fotos wurde das Panorama mit dem Microsoft ICC zusammegefügt. Hier machen sich die unterschiedlichen Hintergrundhelligkeiten bei der Aufnahme durchaus in einer etwas inhomogenen Hellgkeit des Gesamtbildes bemerkbar.


Um die Monatsmitte gab es am Morgenhimmel eine schöne Planetenparade der inneren Planeten zu sehen. Der Mond gesellte sich am 17.9. auch noch hinzu. Fotografiert wurde dies von mir mit der Canon EOS M3 und dem SIGMA 18-270 mm Objektiv freihändig vorm Tor der Dachterasse, da hier der Blick nach Osten frei war. In der Übersichtsaufnahme vom 16.9. mit 50mm Brennweite kann man ganz unten den Mars sehen, knapp darüber der hellere Merkur. In einigem Abstand ist der Stern Regulus im Löwen zu sehen, dann folgt die helle Venus. Links ist auch der Stern Gamma Leonis (Algieba) zu sehen.

In der Übersichtsaufnahme vom 17.9. mit 50mm Brennweite kann man ganz unten den Merkur sehen, knapp darüber der schwächere Mars. In einigem Abstand ist der Stern Regulus im Löwen zu sehen, dann folgt die Venus und ganz oben der Mond. Mars hat somit Merkur überholt, bzw. Merkur ist rückläufig und bewegt sich wieder Richtung Sonne.

Hier noch mal die zwei "Kleinen" Merkur und Mars mit 250mm Brennweite. Beim Mars ist die rötlich Färbung zu erkennen.

Am 19.9. war in der späten Dämmerung der nur zu 1% beleuchtete Mond 24 Stunden vor Neumond zu sehen. Allerdings traten an diesem Tag erstmals wieder horizontnahe Wolken bzw. Dunst auf. Merkur und Mars standen ein ganzes Stück oberhalb des Mondes.


In der zweiten Woche war der Himmel zwar immer noch wolkenlos, aber leider zuweilen überm Meer etwas dunstig, so dass sich das Fotografieren Richtung Südwesten nicht mehr lohnte. Im Vergleich zu den ersten Tagen wären die Bilder schlechter geworden. Stattdessen ließ ich die Ausrüstung auf dem Balkon laufen, zwei Bilder sind hier noch ganz gut geworden. Einmal IC 1396 vom 15.9. Dieses Bild wurde 53 x 90 Sekunden bei 800 ISO belichtet. Der Sternhaufen sieht ganz gut aus, der Nebel ist nur andeutungsweise zu erkennen.

Das zweite Bild vom 19.9. zeigt den Blasennebel NGC 7635 und den Sternhaufen M52. Belichtet wurde 50 x 90 Sekunden bei 800 ISO.

Am 20.9. war dann auch schon der letzte Abend des Urlaubs gekommen. Die Costa de la Luz verabschiedete sich mit einem schönen Sonnenuntergang.